Google-Suchergebnis für „E-Space Stories„…
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Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert
Ich hab den Titel glaube ich schon mal für einen Blogpost verwendet, aber in Anbetracht der Situation erlaube ich mir, ihn zu recyclen — „once is not enough!“
Unsere augenblickliche E-Space-Produktion „Erleuchtung“ liegt in den letzten Zügen, und heute habe ich über den „Release Candidate“ drübergehört: Wenn Verena damit ebenso zufrieden ist wie ich, dann können wir die nächsten Tage veröffentlichen — oder vielleicht machen wir ein „Double Feature“ zusammen mit der nächsten Little More Sonic-Story, „Brigade DALöK“ daraus. (Momentan sind derartige Planungen noch ein wenig schwierig, da sowohl Sina als auch ich auch mit anderen Produktionen beschäftigt sind.)
Aber, und das ist der Hauptgrund meiner Freude über eine weitere kurz vor dem Abschluss stehende Geschichte hinaus: Vielleicht ist es auf absehbare Zeit ja so, dass Little More Sonic und inbesondere E-Space nicht mehr so sehr auf Sina bzw. mich angewiesen sind. E-Space ist ja als „Spielwiese“ konzipiert, bei der wir nach und nach Verantwortung an andere Talente abgeben können, damit sich nicht mehr alles so sehr um uns dreht. Das, wage ich zu behaupten, ist uns gelungen, mit einem ziemlich geilen Skript von Verena, die auch mal Regieluft geschnuppert hat, und einem Schnitt von Jörg, der wieder pünktlich und in toller Qualität geliefert hat.
Von Verena ist bereits die nächste (IMHO mindestens ebensogute) Story in der Pipeline, für die wir bald mit den Whoditions anfangen wollen. Von daher bin ich guter Dinge, dass Sina und ich im Verlauf der nächsten Produktionen tatsächlich die Zügel weitgehend abgeben können, uns zurücklehnen, und schauen, wie unsere Talente laufen lernen…
Das Ziel des Ganzen?
Was ist denn eigentlich das Ziel des E-Space-Projekts? Für unsere Zuhörer offensichtlich, ihnen spannende, gruselige und lustige Audio-Storys aus dem Grenzbereich zwischen Realität und Fantasie zu bieten. Und für die Macher?
Nachdem Sina und ich zwei Jahre lang Little More Sonic praktisch in Eigenregie geführt und die Verantwortung von A bis Z übernommen hatten, sollten die E-Space-Storys als „Sandkasten“ dienen, in dem wir nicht nur mit neuen Formen der Geschichten experimentieren konnten, statt in dem „Korsett“ des Doctor Who-Universums festzustecken: Wir wollten auch neue Talente entdecken und fördern, die Aufgaben hinter dem Mikrophon übernehmen würden. Da kann ich sagen, das ist uns inzwischen ganz gut gelungen.
Verena als neues Autorentalent ist ein zäher Knochen, der sich auch durch mehrere Runden Skript-Editing mit mir nicht entmutigen lässt, sondern stattdessen von Version zu Version bessere Skripte abliefert: Für die nächste E-Space-Produkton, „Champions“, hatte ich das Exposé eigentlich als eine sehr straighte, tragische Geschichte in der Art von „Diener der Erkenntnis“ entworfen. Verena ist mit dem trübsalblasenden Ansatz aber nicht 100%ig klargekommen und ist das Thema nun auf eine leichtere, groteske Art angegangen. Und, was ich nicht erwartet hätte: Es funktioniert, vermutlich sogar besser als meine ursprüngliche Idee.
Das ist die besondere kreative Belohnung: Wenn jemand aus dem Team mehr aus der Idee herausholt, als ich ursprünglich darin erwartet hätte. Das ist die Befriedigung für mich als Autor bei der Arbeit mit einem guten Regisseur (Hallo, Sina und Doris!), und für mich als „Showrunner“ (ein großes Wort für eine kleine Show…) mit einem guten Autor.
Dasselbe gilt übrigens auch für die weniger glamouröse, aber mindestens ebenso anspruchsvolle (und, sagen wir es ehrlich: unbankbare) Arbeit des Schnitts. Der Trick ist ja, dass der Schnitt so daherkommen soll, dass man ihn gar nicht wahrnimmt, sondern dass alles klingt, als sei es eben so vor dem Mikro passiert. Dass da erstmal hunderte Schnippsel an Akustikmaterial gefunden, abgestimmt, gefiltert, verfremdet und auf die Zeitspuren verteilt sein wollen, gerät dabei leicht ins Vergessen.
Aber auch hier ist Linderung eingetreten. Jörg hat ja bereits unser E-Space-Debut „Ausschlag gebend“ geschnitten und ist für den Schnitt der kommenden LMS-Story „Brigade DALöK“ eingeplant. Darüberhinaus nimmt er mir auch noch den Schnitt der laufenden E-Space-Produktion „Erleuchtung“ ab, seit abzusehen ist, dass ich aus Zeitgründen vor Ende Mai nichts mehr zustande bringen würde — dafür bin ich umso dankbarer, als ich es als unfair empfinde, wenn wir die Sprecher, die viele anstrengende Stunden an Proben und Textlernen nach Feierabend in die Hörspiele gesteckt haben, zu lange auf die Früchte ihrer Arbeit warten lassen.
Von daher habe ich momentan ein ganz gutes Gefühl, dass wir uns unserem Ziel nähern, um nicht zu sagen, „ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert.“