Von denen, die auszogen, nicht auf die Bühne zu gehen….

Ein Gastbeitrag von Michaela Fesser.

Es kommt ja immer anders, als man denkt. Viele von den Sprechern bei Little More Sonic hatten sich erhofft, im stillen Kellerstudio versteckt ihr Bestes zu geben. Auf die Bühne? Um Himmels Willen, nein, bloß das nicht!

Nun ja, werfen wir diese Hoffung getrost über Bord. Wir erobern die Bretter, die die Welt bedeuten!

Gestern Abend war es dann soweit: keine Probe im heimeligen Probenraum, sondern direkt auf der harten Bühne der Kofferfabrik Fürth. Wobei sie so hart gar nicht ist, und sie beißt auch nicht, wie wir erleichtert feststellten.

Zuerst durfte sich jeder einzeln auf der Bühne vorstellen. Ein Gefühl für die Bühne entwickeln. Und nicht wenige erzählten, dass sie eigentlich gedacht hatten, nur im Studio zu agieren, fernab vom Publikum.

Bitte erobern sie die Bühne JETZT

Nach einigen Aufwärm- und Stimmübungen (habt ihr euch schon mal an schwäbischen Zungenbrechern versucht?!) ging es los: Regisseurin Stefanie probte mit uns die verschiedenen Wechsel von Darstellern im Laufe der einzelnen Szenen. Gar nicht so einfach, wir müssen viel mehr aufeinander acht geben als im Studio. Hier gibt es kein „Cut! Pause, Wechsel der Mikrofone…“.

So langsam spielten wir uns warm. Erster Durchlauf des gesamten Stücks, Manöverkritik von unserer Regisseurin. Zum Umsetzen der Kritik gleich ein zweiter Durchlauf, den wir erfolgreich (Aussage Stefanie) absolvierten. Die Unsicherheit weicht, der Spaß am Spiel nimmt zu.

Volle Konzentration bei Stefanie während wir auf der Bühne alles geben

Unsere geschätzten Zuhörerinnen und Zuhörer dürfen gespannt sein. Wir sind es auch… Wer nicht live dabei sein kann, um dem historischen Moment beizuwohnen, der hat Pech gehabt… nein, will sagen keine Sorge: Das Stück wird live mitgeschnitten und anschließend (natürlich kostenlos) über unsere Homepage zur Verfügung stehen.

Wir freuen uns darauf, euch am 27.10.19 zahlreich in der Kofferfabrik begrüßen zu dürfen!

Meister des Tons: Bryan

Cargohosen und lange Schals

Dies ist eine Geschichte aus den Tiefen des Raums, jenseits unserer Zeit. Ein Märchen von übermorgen, in der Umlaufbahn von Merboldt Prime.

Zum dritten Mal lud unsere Regisseurin Stefanie zur Probe für „Der Flug der Mytilene“, dieses Mal ging es darum, dass Bryan (Unterhändler), Amy (Koordinatorin) und ich (Executive) miteinander schauspielern, statt nur Worte vom Skript abzulesen.

Was dazu gehört, neben, natürlich, den richtigen Worten, sind bewußt gesetzte Pausen, eine Körperhaltung und eine Idee, wer wir denn eigentlich sind.

Dazu haben wir einander gegenseitig kritisiert, die Rollen vertauscht, Text an unser Sprachempfinden angepasst, Sci-Fi Referenzen bemüht („Also ich bin mehr Worf als Riker, und am Anfang ein bisschen Spock?“) und schlussendlich uns darüber unterhalten, wie wir eigentlich aussehen unserer Meinung nach.

Das führte zu einem kramen Stefanies in Schränken und Regalen, dem Austausch von Schals und Zopfgummis, bis wir ein bisschen wie ehemals vor Muttis Kleiderschrank verkleidet im Wohnzimmer unserer Regisseurin standen und nochmals die Zeilen sprachen.

Und Himmel, was für ein Unterschied!

Es ist fantastisch zu spüren, wie auf einmal Worte in Geschichten, in Gefühle übersetzt werden. Wie man für einen Bruchteil der Minute wirklich „auf dem Schiff“ ist. Und man leicht erstaunt und berührt am Ende der kurzen Szenen da steht und sich fragt: „Geil, hab ich das wirklich gerade erlebt?“

Wenn ich nach einem anstrengenden Tag am Ende einer Probe energiegeladen und voller Inspiration nach Hause gehe – so muß das sein!

Es klingt und summt…

Ja, wir sind wieder da und wir nehmen Fahrt auf ins Jahr 2019.

Am letzten Samstag lud unser neues Regietalent Stefanie mit unserem bewährten Regieassistenztalent Nicole zu einem Vorsprechen für gleich zwei neue „Geschichten aus dem E-Space“ ein.

Eine Geschichte unseres erprobten Autors Elmar, „Der Flug der Mytilene“, während des Abends immer wieder als „Die Mission“ referenziert, was mich total schalou gemacht hat, weil dieser Titel nirgends stand. Außer wohl irgendwann mal im Dateinamen. Seufz. Ein, wie soll ich sagen, ein politisches Lehrstück im Weltall so würde ich es beschreiben.

Und eine weitere unseres nicht mehr ganz so neuen Autorentalents Verena, die sich offenbar gerade anschickt, Elmar von seinem alleinigen Schreiberthron zu stoßen. „Den die Muse küsst“ heißt ihre Geschichte und war in einer der ersten Fassungen als Geschichte für William Hartnells Doctor und Vicky sowie Steven gedacht, bevor wir uns aus verschiedenen Gründen für eine Umsetzung im Rahmen des E-Space entschieden. Eine Geschichte, wieder im All, über einen Kriegsplaneten mit sehr eigenen Regeln.

Wie man sieht, haben wir unglaublich viele neue Talente beim Vorsprechen gehabt und sage und schreibe, es hat tatsächlich jeder eine Rolle bekommen!

Jetzt geht es ans proben im Frühjahr und dann im Sommer beziehungsweise im September sollen die Aufnahmen erfolgen. Ja, ich weiß, es dauert immer alles so lange, aber zum einen wollt ihr ja auch was ordentliches hören und zum anderen sind wir nur so und so viele Menschen und brauchen wir immer noch Unterstützung im Postproduction-Bereich, also vornehmlich beim Schnitt. Aber auch über Regisseure und Schreiber freuen wir uns!

In diesem Sinne, wir hören uns!

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