Cargohosen und lange Schals

Dies ist eine Geschichte aus den Tiefen des Raums, jenseits unserer Zeit. Ein Märchen von übermorgen, in der Umlaufbahn von Merboldt Prime.

Zum dritten Mal lud unsere Regisseurin Stefanie zur Probe für „Der Flug der Mytilene“, dieses Mal ging es darum, dass Bryan (Unterhändler), Amy (Koordinatorin) und ich (Executive) miteinander schauspielern, statt nur Worte vom Skript abzulesen.

Was dazu gehört, neben, natürlich, den richtigen Worten, sind bewußt gesetzte Pausen, eine Körperhaltung und eine Idee, wer wir denn eigentlich sind.

Dazu haben wir einander gegenseitig kritisiert, die Rollen vertauscht, Text an unser Sprachempfinden angepasst, Sci-Fi Referenzen bemüht („Also ich bin mehr Worf als Riker, und am Anfang ein bisschen Spock?“) und schlussendlich uns darüber unterhalten, wie wir eigentlich aussehen unserer Meinung nach.

Das führte zu einem kramen Stefanies in Schränken und Regalen, dem Austausch von Schals und Zopfgummis, bis wir ein bisschen wie ehemals vor Muttis Kleiderschrank verkleidet im Wohnzimmer unserer Regisseurin standen und nochmals die Zeilen sprachen.

Und Himmel, was für ein Unterschied!

Es ist fantastisch zu spüren, wie auf einmal Worte in Geschichten, in Gefühle übersetzt werden. Wie man für einen Bruchteil der Minute wirklich „auf dem Schiff“ ist. Und man leicht erstaunt und berührt am Ende der kurzen Szenen da steht und sich fragt: „Geil, hab ich das wirklich gerade erlebt?“

Wenn ich nach einem anstrengenden Tag am Ende einer Probe energiegeladen und voller Inspiration nach Hause gehe – so muß das sein!

Es klingt und summt…

Ja, wir sind wieder da und wir nehmen Fahrt auf ins Jahr 2019.

Am letzten Samstag lud unser neues Regietalent Stefanie mit unserem bewährten Regieassistenztalent Nicole zu einem Vorsprechen für gleich zwei neue „Geschichten aus dem E-Space“ ein.

Eine Geschichte unseres erprobten Autors Elmar, „Der Flug der Mytilene“, während des Abends immer wieder als „Die Mission“ referenziert, was mich total schalou gemacht hat, weil dieser Titel nirgends stand. Außer wohl irgendwann mal im Dateinamen. Seufz. Ein, wie soll ich sagen, ein politisches Lehrstück im Weltall so würde ich es beschreiben.

Und eine weitere unseres nicht mehr ganz so neuen Autorentalents Verena, die sich offenbar gerade anschickt, Elmar von seinem alleinigen Schreiberthron zu stoßen. „Den die Muse küsst“ heißt ihre Geschichte und war in einer der ersten Fassungen als Geschichte für William Hartnells Doctor und Vicky sowie Steven gedacht, bevor wir uns aus verschiedenen Gründen für eine Umsetzung im Rahmen des E-Space entschieden. Eine Geschichte, wieder im All, über einen Kriegsplaneten mit sehr eigenen Regeln.

Wie man sieht, haben wir unglaublich viele neue Talente beim Vorsprechen gehabt und sage und schreibe, es hat tatsächlich jeder eine Rolle bekommen!

Jetzt geht es ans proben im Frühjahr und dann im Sommer beziehungsweise im September sollen die Aufnahmen erfolgen. Ja, ich weiß, es dauert immer alles so lange, aber zum einen wollt ihr ja auch was ordentliches hören und zum anderen sind wir nur so und so viele Menschen und brauchen wir immer noch Unterstützung im Postproduction-Bereich, also vornehmlich beim Schnitt. Aber auch über Regisseure und Schreiber freuen wir uns!

In diesem Sinne, wir hören uns!

Create a website or blog at WordPress.com

Nach oben ↑